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Kommt alle zur Diskussion in den Institutsrat am 07.12.16

Hier gehts zu unserem offenen Brief, den wir im Institutsrat vorlesen werden und diskutieren wollen.

Weitere Infos findest du in unserem Post zu den Hintergründen der Überbuchung an der FU & am Fachbereich PolSoz

Offener Brief der FSI*OSI zur Überbuchung am Institut

Hier als .pdf

Der studentische Alltag am OSI sieht zu Beginn des Wintersemesters so aus: Es gibt gnadenlos überfüllte Seminare; Erstsemester, die in PS/MWAs um Plätze betteln müssen; verkürzte Diskussionen, an denen sich letztlich 5 der 80 Seminarteilnehmenden beteiligen können. Das Lehrangebot ist starr und ignoriert studentische Interessen.

Der kapitalistischen Logik folgend müssen auch Universitäten zum Zweck ihrer Finanzierung Output in Form von Absolvent*innen produzieren. Da der Staat auf die Erfüllung des selbstauferlegten Kontingents an Studienplätzen pocht, werden beliebte Studiengänge seit Jahren über die Kapazitätsgrenze hinaus hoffnungslos überbucht. Darunter leidet zwangsläufig eine Lehre, die das Hinterfragen vorherrschender Machtverhältnisse ermöglichen sollte. Das muss ein Ende haben!

Die Erfahrung aus der Lehrplanung verdeutlicht: Studentische Interessen werden kaum gehört. Die Studierendenbefragung vom Sommersemester 2016 bestätigt die kritisierten Missstände: Die Diskussionskultur wird durch Referatszwang und Vorlesungscharakter zerstört, die Betreuung von Bachelorarbeiten findet teilweise nicht statt, der Raum für kritische Diskussionen geht verloren. Eine Universität ist kein Unternehmen, wir Studierende sind keine Kund*innen.

Dem stetigen Anstieg der Studierendenzahlen am OSI wird nicht begegnet, nein, Studierende sind zu bloßen Nummern in Excel-Tabellen degradiert, die möglichst schnell wieder mit einem Abschluss verschwinden sollen. Die Zahlen aus dem letzten Wintersemester belegen: Fast alle Module sind durchschnittlich mit weit mehr als 30 Studierenden pro Seminar überbelegt. Aber auch in diesem Semester sieht es nicht besser aus: Im Masterseminar „Transformationstheorien“ von Prof. Dr. Brigitte Kerchner mit 113 Anmeldungen im Campus Management wurden nun aufgrund der Größe des Seminars Referatsgruppen mit 20 Personen gebildet! Im 74 Anmeldungen zählenden Masterseminar „Aufstieg der Neuen Rechten – Krise der politischen Theorie“ muss Rainer Alisch nun in seiner Freizeit unbezahlt für wahrscheinlich die Hälfte der Seminarteilnehmenden Essays und Hausarbeiten betreuen. Im Bachelor sieht es nicht anders aus: Das Seminar „Rassismus im Kapitalismus“ von Eleonora Roldán Mendívil hat 68 Anmeldungen, ähnlich wie das Seminar „Wie geht emanzipatorisches Denken? Historischer Materialismus vs. Poststrukturalismus“ von Martin Fries mit 70 Anmeldungen.

Die FSI*OSI spricht sich klar gegen Teilnahmebeschränkungen für Seminare oder gar eine weitere Anhebung des NC aus! Dadurch würde die ohnehin immer stärker schrumpfende Freiheit im Studium weiter eingeschränkt. Stattdessen sollte die Ausrichtung der Lehre an studentischen Interessen im Zentrum der Bemühungen stehen:
Wir fordern eine höhere Anzahl der an den Interessen der Studierenden ausgerichteten Seminare. Wir fordern, dass genügend finanzielle Mittel bereitgestellt werden, um den Bedarf an Seminaren zu decken. Wir fordern daher, dass die Vergabe von Lehraufträgen in Zukunft ausschließlich auf der Liste mit Studierendenwünschen basiert und die Ausbildungskommission (ABK) mehr Gehör am OSI findet.

Wir fordern eine gerechtere Bezahlung der Lehrbeauftragten und die Abschaffung der derzeitigen prekären und unwürdigen Beschäftigung von Lehrbeauftragten. Wir fordern langfristig mehr festes Lehrpersonal. Statt der Konkurrenz um Finanzmittel fordern wir die Kooperation zwischen den Fachbereichen. Damit geht einher, dass die Finanzierung von Bildung unabhängig von Absolvent*innenzahlen erfolgen sollte, ja gar nicht an Bedingungen geknüpft sein darf. Wir fordern daher auch eine zunehmende Unabhängigkeit von Drittmitteln. Erst wenn diesen Forderungen nachgegangen wird, ist überhaupt eine sinnvolle Kooperation von Fachbereichen möglich.

Wir fordern eine demokratische, gesellschafts- und herrschaftskritische Universität.
Für eine kritische Lehre am OSI!

30.11.16, Fachschaftsinitiative des Otto-Suhr-Instituts (FSI*OSI)

Alle, die mit uns gegen diese Missstände vorgehen wollen, können mit uns zur nächsten Sitzung des Institutsrats am 07.12.2016 um 09:30 Uhr gehen. Informiert eure Kommiliton*innen, kommt vorbei, diskutiert mit, macht eure Interessen deutlich!

Weitere Infos findest du in unserem Post zu den Hintergründen der Überbuchung an der FU & am Fachbereich PolSoz

Hintergründe der Überbuchung an der FU & am Fachbereich PolSoz

Dieser Post hat zwei Teile:

1. Zahlen und Hintergründe dazu wieso es zu Überbuchung kommt bzw. welche Logik an Sachzwängen dahintersteckt. Das sind alles Informationen, die in der Veranstaltung „Überbuchung – Tod der Qualitätssicherung?!“ am 21.4.2016 von der von der Verwaltung des Fachbereichs PolSoz präsentiert wurden.

2. eine kurze Zusammenfassung der Studierendenbefragung im SoSe 2016 des Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften zum Thema Überbuchung

1. TEIL

Was ist Überbuchung?
Überbuchung ist die Überauslastung von Studiengängen über die eigentliche Kapazität hinaus. Dies geschieht laut Eigenaussage der FU-Verwaltung um kleinere Studiengänge, die nicht voll ausgebucht werden, weiter zu ermöglichen. Durch diese Praxis, bzw. durch die dieser Praxis vorgelagerten “Sachzwänge” leiden isb. attraktive Studiengänge, z.B. in den Sozial- und Geisteswissenschaften.

Am Fachbereich (FB) PolSoz ist die aktuelle Überbuchungssituation wie folgt (Stand April 2016):
BA: 140%
60LP: 170%
MA: 200%

Grundlage der Überbuchungsstrategie ist das Finanzierungsmodell der FU durch den Berliner Senat. Es basiert auf zwei Prinzipien:
Nachfrage- und Outputorientierung (Studierenden- und Absolvent*innenzahlen).

Das Finanzierungsmodell:
Hochschulverträge sind Kernelement des Finanzierungsmodells zwischen Land und allen Hochschulen in Berlin. Diese gelten für fünf Jahre, die Unterschrift verpflichtet die Hochschulen zur Einhaltung im Sinne der Planungssicherheit.
Die FU Berlin ist durch drei Säulen finanziert:

38% Sockelbetrag (Anzahl Professuren)
11.205.000 € Investive Mittel p.a. (war bereits in vorherigen Hochschulverträgen vorhanden)
Indikatorbasierte Hochschulfinanzierung (variiert) : – bis Höchstbetrag (keine Unbegrenzte Varianz)

Indikatoren Lehre: 33%
- Studis in Regelstudienzeit (Preis*Anzahl) 2700 € pro Studi p.a. (ca. 80-85 % sind momentan in der Regelstudienzeit(Stand April 2016))
- Absolvent_innen (BA,MA, Staatsexamen) 2700 € x1,5 ×1 BA/ 2700€ x1,5 ×0,5 MA
- Absolvent_innen (Lehramt) 20.000€

Indikatoren Forschung: 25%
– pro 1000€ Drittmittel 50% extra
– bei DFG und EU-Drittmittleln 60% extra
– Basisfinanzierung pro Professur 40000€
– Stipendien/AvH 50000€
– ERC Grants (EU-Forschungsprojekte, besonderer Topf), AvH (Alexander von Humboldt) Professuren 150.000€

Indikatoren Gender und Diversity: 4%
– Neuberufungen von Frauen auf W2/W3 auf Lebenszeit zw. 30-50% pro Kopf 250.000 €
– weitere Diversityindikatoren…

Hochschulpaktmittel:
Für den Zuwachs an Studierenden erhält das Land vom Bund proportional Geld, die andere Hälfte soll das Land beitragen, dieses Geld geht direkt in die gängige Hochschulfinanzierung, nicht in spezielle Aufwuchsprogramme.
Die Hochschulpaktmittel laufen 2020 aus.
Für die Universitäten sind 26.000 € pro Studiplatz in den Hochschulpaktmitteln veranschlagt (Hälfte Bund, Hälfte Land Berlin).
Verpflichtungen aus dem Hochschulpakt:
- FU: 6.319 Erstis (1. Hochschulsemester) aufnehmen
- bei Verfehlungen muss die Hochschule den Schaden zahlen

Insgesamt schafft die FU ihre Aufnahmekapazitäten nicht.

Probleme:
- zu wenig Studis allgemein
- Kohortenverbleib ist zu gering (Leute aus dem 1. sind ein Jahr später nicht notwendigerweise im 3.)
- Niedrige Absolvent*innenzahl
- zu wenig Lehramtsstudis
- strukturelle Unterauslastung vieler Studiengänge (z.B. kleiner Fächer)
- FU verliert in der Konkurrenz zur HU

Präsidiumsmaßnahmen:

- Überbuchung stark nachgefragter Studiengänge zum Mengenausgleich
- Prämienmodell:
--> 2017er Topf: 850.000 €, alle FB, die 2014 überbucht wurden, können in Konkurrenz (nach Haltequote von 5.Semestern und Absolvent*innen im Master) aus diesem Topf Geld erwerben (120.000 wird der FB bekommen, es wurden allerdings bereits 240.000 ausgegeben. Darüber hinaus wurden Personalmittel um 100.000 gekürzt)
--> 2018/2019 gibt es jeweils 2.000.000 € (Verteilungsmechanismus steht noch nicht).

Maßnahmen des FB:

- Mittelausschüttung (zur Verstärkung des Lehrpersonals, Tutorien, Lehraufträge etc.)

Herausforderungen laut FB:

- Absolvent_innenzahl (Quote liegt bei 42% im BA und 41% im MA, bereinigt von Wechslern)
- Haltequoten, massive Abwanderung aus den Kernfächern

2. TEIL

Studierendenbefragung SoSe 2016 des Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften zum Thema Überbuchung
- kurze Zusammenfassung (die komplette Auswertung gibt es hier)

Die Studierenden befanden sich überwiegend im 2. und 4. Semester, fast die Hälfte der Studierenden besuchte Veranstaltungen im Umfang von 4-6 Lehrveranstaltungen (8-12 SWS).

Auszüge aus der Auswertung:

Lehrveranstaltungen:
Die Diskussionskultur leidet und auch die Notwendigkeit für die aktive Teilnahme Referate zu halten wird durch die Größe der Referatsgruppe und die Anzahl der Referate in den offenen Textantworten als besonders negativ beschrieben.

Betreuung vor und während der Bachelor- /Masterarbeit
Betreuungen von Arbeiten werden auch durch die Professuren teilweise als Konkurrenzbewerbungen der Studierenden angesehen. Der Eindruck der Studierenden ist, dass teilweise das Thema, das am besten in das Arbeits-/Forschungsgebiet der Professuren passt, angenommen wird und alternative Themenvorschläge unberücksichtigt bleiben.

Studienalltag:
Im Studienalltag nehmen die Studierenden die Überbuchung wahr, sehr viele versuchen trotzdem an den Veranstaltungen weiter teilzunehmen, mit der Hoffnung, dass sich am Ende der Vorlesungszeit die Teilnehmer*innenanzahl reduziert. Die Studierenden sind sich aber bewusst, dass die Qualität der Lehre darunter leidet. Sie versuchen auch alternative Veranstaltungen zu besuchen, wissen aber, dass diese entweder nicht ihrem Spezialgebiet entsprechen oder die Lehrenden von den Studierenden kritisch bewertet werden.
In den Tabellen der Kategorisierung der offenen Antworten wird deutlich, dass in den Studiengängen des OSI im Bachelor-Hauptfachstudium vermehrt die Betreuung durch die Lehrenden als auch die Atmosphäre und die Diskussionskultur in den Lehrveranstaltungen als problematisch beschrieben wurden.
Die Studierenden der Masterstudiengänge nannten vermehrt die Qualität der Lehre als Problem durch die hohe Studierendenanzahl.

Antworten aus den offenen Antwortenteil (Auszüge):
- Fragestellung: Gibt es Probleme im Studienverlauf, die Sie mit der erhöhte Studierendenzahl in Verbindung bringen?

„Einige Pflichtseminare sind auf eine bestimmte Anzahl an Teilnehmern begrenzt. Das führt dazu, dass man teilweise ein Semester warten muss, bis man in das Seminar kommt.“

„Ja, zum Beispiel riesige Referats- und Projektgruppen, bei denen eine sinnvolle Arbeitsorganisation kaum möglich ist – wie soll man auch ein Referat sinnvoll unter 6 Personen aufteilen? Oder mit 6 Personen ein passendes Treffen finden, zu dem alle können? Die Seminare sind überfüllt, in Diskussionen kommt man selten zu Wort.“

„Überfüllte Hörsäle , Kein interaktiver Unterricht möglich , Sitzplätze ohne Tische in überfüllten Räumen , Probleme bei der Kurswahl, man kommt nicht in die Kurse die man belegen möchte“

„Man bekommt nicht unbedingt einen Platz in der Lehrveranstaltung, die man sich wünscht – kann also nicht interessenbezogen studieren, sondern muss oft nehmen/belegen, was noch frei ist. Einige Seminare setzen das Halten eines Referates voraus. Entsprechend gibt es meist genauso viele oder mehr Referatsgruppen, wie Seminartermine. Das Resultat sind Seminare, die ausschließlich aus Referaten unterschiedlicher Qualität bestehen.“

„Das BA-Studium ist so kurz angelegt, dass man gar nicht nachdenken kann und Entscheidungen bewusst treffen. Kaum hat man die Entscheidung für einen BA getroffen wird man schon wieder in den MA weitergeschleust. In der Regelstudienzeit gibt es keine Momente des Innehaltens um den eigenen Interessen/Stärken nachzugehen.“

„Ein anderes Problem ist die mangelnde Grundlagenausbildung. Ein Beispiel: Wie man eine Hausarbeit schreibt – DIE Grundlage im PoWi-Studium- lernt man nicht im PS/MWA, wozu das eigentlich gedacht war, sondern nur wenn man außerordentliches Glück und ein engagierter Dozent noch ein wenig Idealismus übrig hat. Also um wissenschaftliches Arbeiten zu lernen muss man Glück haben… Nicht so toll!“

Links:

Hochschulvertäge Berlin

Hochschulpakt 2020

Detailauswertung für die Evaluation Studierendenbefragung SoSe 2016 des Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften zum Thema Überbuchung

Offener Brief der FSI*OSI zur Überbuchung am Institut

Kommt alle zur Diskussion in den Institutsrat am 07.12.16

* Bericht Institusrat 23.11.16 bzgl VG Wort *

Es sieht so aus, dass die FU sich nun auch endgültig entschieden hätte, dem Vertrag der Kultusministerkonferenz mit der VG Wort, nach dem ab 01.01.2017 die Länder keine Pauschale mehr bezahlen, sondern die Unis 0,8 ct pro Seite pro Studi einzeln abgerechnet bekommen, nicht beizutreten. Da es dann keinen Vertrag gibt, der dann das Urheberrecht regelt, müssen folglich bis zum 1. Januar 2017 alle Texte von Blackboard runter.

Bedenken zum Vertrag gibt es sowohl rechtlicher als auch technischer Natur: Der Vertragstext sei sehr unklar formuliert, es werde nicht klar, wie die Teilnahme und Textabrufung kontrolliert werde und die VG Wort wolle stichprobenhaft Zugang zum BB bekommen, was nicht gern gesehen ist. Technisch ist das System, mit dem die VG Wort die Texte kontrollieren möchte LMS implementiert und für BB noch gar nicht vorhanden. Dies an BB anzupassen dauere wohl auch noch 1-2 Jahre. Außerdem schössen die Personalkosten in die Höhe. Es gab einen Feldversuch in Osnabrück, in dem nur für diese Arbeit 20.000 € mehr für Mitarbeiter*innen ausgegeben wurde.

Die Landesrektor*innen und -präsident*innen Konferenz empfehle allen Universitäten, dem Vertrag nicht beizutreten, auch die HU und die TU wären sicher, nicht beizutreten. Keine Universität in Deutschland sei diesem Vertrag überhaupt bisher beigetreten. Das Ziel: Die VG Wort durch Einnahmenentzug wieder an den Verhandlungstisch zu kriegen und sich hochschulübergreifend zu vernetzen. Die VG Wort erhält bisher alleine in Berlin einen 6stelligen Betrag im Jahr, der würde dann 2017 schlagartig auf 0€ fallen. Das angestrebte Ziel der Unis sei es, neue Pauschal-Vergütungs-Verträge zu schließen, das wäre im Endeffekt eine Gelderumverteilung vom Land zu den Unis und von dort zur VG Wort (statt wie bisher direkt von den Ländern zur VG Wort). Ein weiteres Angebot wäre dann, alle 5 Jahre eine neue Pauschale zu verhandeln und dann jeweils Stichprobenartig zu schauen, wie viele Texte überhaupt verwendet werden und wie die Teilnehmer*innenzahlen sich ändern, um eine angemessene Pauschale zu finden.

Ab dem 01.01.17 gibt es also erstmal keine legale Nutzung mehr über Blackboard, sondern nur über Kopiervorlagen und Semesterapparate und alles, was als E-Ressource online in der Bibliothek verfügbar ist. Dazu gäbe es aber dann eine Handreichung. Die FU sei weiterhin der Rechtsauffassung, dass die bereits für 2016 gezahlte Pauschale das komplette Wintersemester beinhalte und also bis 31.März gehen müsse, die drei Monate liegen also in einer Grauzone. Ganz wichtig ist es, auch nicht mehr genutzte BB Kurse abzustellen, da sonst immer weiter Urheberrechtsgebühren anfallen (fun fact: zurzeit liegen ca. 1,5 Mio. Texte auf BB – Beklagt wurde, dass dadurch Studis gar nicht mehr recherchieren in der Bib lernten, da BB eine Art Parallelbib geworden sei). Das müssen alle Lehrenden für ihre eigenen Kurse zum 01.01.17 machen, um keine rechtlichen Schwierigkeiten zu kriegen.

Wir empfehlen daher eine Sicherungskopie von Texten anzulegen, die in der Zukunft noch gebraucht werden, dann aber nicht mehr über BB verfügbar sein werden.

* Bericht aus dem Institutsrat am 26.10.16 *

Bei der letzten I-Rat Sitzung wurde die Ausschreibung für die W2 Professur Politische Bildung und Politikdidaktik beschlossen. Dabei handelt es sich um die Nachfolge von Peter Massing, der sich im Ruhestand befindet und von Sabine Achour vertreten wird. Der Ausschreibungstext enthält neben den üblichen Formalien die Anforderungen Forschung zu den Themen „Migration und/oder Diversity“ sowie „politische Bildung für Lernende mit Migrationshintergrund“. Diese inhaltlich spannende Ausrichtung der Professur begrüßen wir.

Des Weiteren haben wir dafür argumentiert, dass für eine Professur der politischen Bildung auch eine Auseinandersetzung mit dem Holocaust und der NS-Zeit wichtig sind, im Sinne Adornos „Erziehung nach Ausschwitz“. Zumal keine andere Professur sich dezidiert damit auseinandersetzt und diese Möglichkeit auch bei den Ausschreibungen für die Professuren Politik & Recht sowie politische Soziologie seitens des Instituts vergeben wurden. Die Profs entgegneten mit dem Standartargument, dass dies das Bewerber*innen-Feld zu stark verengen würden. Als Kompromiss wurde sich darauf geeignet die Formulierung „Kenntnisse des Rechtsextremismus, auch in seiner historischen Dimension“ als wünschenswert aufzunehmen. Dies entspricht zwar nicht ganz unserem Vorschlag, kann unseres Erachtens aber im Zweifelsfall helfen, bei gleicher Eignung eine*n coolere*n Kandidat*in vorzuziehen.

Sabine Kropp merkte im Übrigen an, der allgemeine Begriff Extremismus doch ausreichen würde und alles abdecke. Damit stoß sie im Institutsrat jedoch auf keine Zustimmung.

Außerdem haben wir beantragt, dass im nächsten I-Rat über die neuen Regelungen zur Copyright Verwertung für Blackboard gesprochen wird. Interessanterweise waren sich in diesem Punkt ausnahmsweise alle Statusgruppen einig, dass es sich dabei um eine riesige Katastrophe handelt.

Der neue Rahmenvertrag mit der VG Wort wird dazu führen, dass ab 01. Januar 2017 keine urheberrechtlich geschützte Literatur mehr in der bisherigen Form auf BB bereitgestellt werden kann. Bisher wurde eine Pauschale gezahlt, die nun durch einen Betrag pro Seite pro Zugriff ersetzt werden soll. Dies stellt einen enormen bürokratischen Aufwand dar und beschränkt den offenen Zugang zu Wissen, zumal die meisten Werke an Universitäten entstanden sind, die mit öffentlichen Geldern finanziert sind. Mehr Infos dazu findet ihr unter: http://www.urheberrechtsbuendnis.de/pressemitteilung0216.html.de

Zuletzt gab es noch die Mitteilung, dass das Präsidium fordert die Colloquien von Bachelor und Master Studierenden zu trennen. Die Profs sprachen sich dagegen aus, da sie dies nicht für sinnvoll erachten und auch keine Kapazitäten hätten zwei Colloquien zu bespielen. Dies wird das Institut an das Präsidium zurückgeben.

Wir hoffen wir konnten euch einen Eindruck geben, was in zu Semesterbeginn am Institut (hochschul-)politisch los ist. Wenn ihr Nachfragen oder Anmerkungen habt, stellt sie gerne in den Kommentaren.

Eure FSI*OSI

studentische Orientierungstage + KORFU 2016

Willkommen am OSI!

Wir haben auch dieses Jahr wieder für alle neuen Bachelor- und Masterstudierenden am OSI ein tolles Programm auf die Beine gestellt. (Nebenfächler sind selbstverständlich auch herzlich eingeladen)

Donnerstag, 13.10.16

13:45 (nach dem Einführungstag des Instituts) Campus-Rundgang von Studierenden für Studierende mit anschließendem Sekt oder Saft im Roten Café
Treffpunkt: Rotes Café (Harnackstr. 1a, zwischen OSI und Henry-Ford-Bau)

Freitag, 14.10.16

Ort: Ihnestr.21 Hörsaal A

11:00 Begrüßung durch die Fachschaftsinitiative (FSI*OSI)
11:15 Vorstellung AStA und studentische Selbstverwaltung
11:25 Vorstellung studentische Gruppen am OSI
12:00 *PAUSE* Stände weiterer studentischer Gruppen im Foyer
13:00 Erstellung von Modell-Semesterplänen und Beantwortung von Fragen in Kleingruppen
14:00 Campus-Rallye

Das Erstiheft, welches ihr am Donnerstag auch in gedruckter Form erhaltet, könnt ihr hier online lesen oder runterladen.

Darüber hinaus beteiligen wir uns auch an der Organisation der „Kritischen Orientierungswochen an der FU“ (KORFU), welche zwei Wochen lang (10.-22.10.16) spannendes Programm bieten.

Falls ihr Interesse habt uns kennenzulernen bzw. bei uns mitzumachen wird es am Montag, dem 24.10.2016, um 19:30 Uhr im Bandito Rosso, Lottumstraße 10a, 10119 Berlin einen Kennenlerntresen geben. Das erste richtige Plenum
machen wir am Mittwoch, dem 26.10.2016, um 18:00 Uhr im Roten Café – kommt vorbei!

Viel Spaß und einen schönen Semesterstart!
Mit revolutionären Grüßen, eure FSI*OSI

Viertelparität im Institutsrat?

Am 15. Juni erschien dieser Post über eine eingeführte Viertelparität im Institutsrat des OSI auf unser Facebookseite und sorgte vor allem offline für einige Begeisterung, Ärger und etliche Nachfragen. Die Hoffnungen auf eine demokratischere FU mussten wir jedoch leider enttäuschen, da es sich bei dem Beitrag um Satire unsererseits handelte. Die beiden Posts zum nachlesen findet ihr in den Links oder hier direkt.

Post vom 15. Juli ’16

*Beschluss zur Einführung der Viertelparität im Institutsrat des OSI*

Der Institutsrat des Otto-Suhr-Instituts hat sich in seiner letzten Sitzung des Sommersesters bei 8 Ja-Stimmen, 1 Nein-Stimme und 4 Enthaltungen für eine viertelparitätische Zusammensetzung entschieden. Damit schließt sich das OSI dem Beschluss des Erweiterten Akademischen Senates (EAS) der TU Berlin an (https://asta.tu-berlin.de/pre…/return-of-the-viertelparitaet).

Folglich werden in zukünftigen Sitzungen die vier Statusgruppen der Studierenden, der wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen, der sonstigen Mitarbeiter*innen und der Professor*innen gleiches Stimmgewicht bei allen Beschlussfassungen haben. Der Institutsrat des OSI folgt somit einer Forderung, die von Studierenden seit Jahren vertreten wurde und entledigt sich der bisherigen Praxis, bei der Professor*innen mit 7 von 13 Stimmen grundsätzlich in der absoluten Mehrheit waren.

„Nach einer konstruktiven Diskussion hat sich das Otto-Suhr-Institut für eine Viertelparität entschieden und geht somit einen wichtigen Schritt in Richtung demokratischer Selbstverwaltung. Gerade hier am OSI, dem größten politikwissenschaftlichen Institut Deutschlands, können wir den Wert der Demokratie nicht hoch genug halten. Ich sehe das OSI auch als Avantgarde und hoffe sehr, dass andere Institute und nicht zuletzt der Akademische Senat ähnliche Initiativen starten“, so Banja Törzel

„Es kann schließlich nicht sein, dass eine technische Universität mehr Expertise auf unserem Fachgebiet hat. Wir lassen uns von denen doch nicht die Butter vom Brot nehmen!“, entrüstete sich Rhomas Tisse unmittelbar nach der Sitzung.

Erklärungspost vom 28. Juli ’16

Bei vielen ist die Meldung des FSI*Osillon zur angeblichen Einführung der Viertelparität gut angekommen und es hat wohl sogar Wellen bis in die höchsten Reihen der Ränkeschmiede geschlagen. Wir hatten jedoch den Eindruck, dass die Meldung wohl doch nicht so klar als Satire zu erkennen war.

Deshalb hier eine Klarstellung: Es gibt momentan weder eine Viertelparität am OSI noch in irgendeinem anderen Gremium der FU. In sämtlichen Gremien der Hochschule sitzen Profs in der absoluten Mehrheit. Bei geschlossenem Abstimmungsverhalten können sie alle Beschlüsse gegen den Willen der Studierendenschaft und des Mittelbaus durchbringen. Die Freie Universität wird so ihrem Namen gerecht und ist sogar dreifach frei – frei von Mitbestimmung, frei von angemessener Repräsentation, frei von Demokratie.

Es ist eine kleine Sensation was an der TU Berlin gerade passiert (1). Darauf wollten wir mit unserem Post aufmerksam machen und das OSI in Erklärungsnot bringen.

Vor allem zeigt es, dass die absurde Behauptung, eine Viertelparität sei nicht mit der Wissenschaftsfreiheit vereinbar, nicht länger haltbar ist. Studierende und der akademische Mittelbau sind genauso Teil der Wissenschaft und ohne uns würde es an der Uni ganz schön trist aussehen.

Natürlich wird auch eine Viertelparität nichts an dem System von Regelstudienzeit, modularisiertem Studienaufbau und dem Verwertungszwang von Bildung ändern. Es ist aber ein Schritt in die richtige Richtung!

Daran gilt es anzusetzen: Sich wieder als aktiver Teil der Hochschule begreifen statt als Konsument*in von dem, was uns vorgesetzt wird. Eine positive Utopie davon zu entwickeln, wie Studieren aussehen könnte und diese gemeinsam zu erkämpfen.

(1) https://asta.tu-berlin.de/aktuelles/viertelparitaet-2016

Die Genderprofessur ist da! Dr. Gülay Çağlar neu am OSI.

Nach langem Warten ist die neue Genderprofessur da! Seit Juni lehrt und forscht Dr. Gülay Çağlar am OSI. Ihre Schwerpunkte liegen im Bereich der Geschlechterforschung, Global Governance, (Internationale) Wirtschaftpolitik und Feministische Ökonomie. Zudem hat sie Bereich der Agrarwissenschaften geforscht.

Noch in diesem Semester wird Sie zwei Blockseminare anbieten: Im Bachelor das Hauptseminar „Gender und Globalisierung: Theoretische Grundlagen und politische Handlungsansätze“ und im Master das Seminar „Gender Politics in Global Governance.“

Zeiten:

HS: Gender und Globalisierung: Theoretische Grundlagen und politische Handlungsansätze
Do., 09.06.2016 10.00 – 12.00 Uhr (Ihnestr. 22, UG 3)
Do., 16.06.2016 14.00 – 20.00 Uhr (Garystr. 55/ 302b)
Fr., 17.06.2016 10.00 – 16.00 Uhr (Garystr. 55/ 302b)
Do., 07.07.2016 10.00 – 16.00 Uhr (Garystr. 55/ 302b)
Fr., 08.07.2016 08.00 – 16.00 Uhr (Garystr. 55/ 302b)
Weitere Infos unter: http://www.fu-berlin.de/vv/de/lv/310811?query=Caglar&sm=231509

S: Gender Politics in Global Governance
Do., 09.06.2016 14.00 – 16.00 Uhr (Ihnestr. 22, UG 4)
Fr., 24.06.2016 14.00 – 20.00 Uhr (Garystr. 55/ 121)
Sa., 25.06.2016 10.00 – 18.00 Uhr (Rost-u. Silberlaube, K 23/11)
Do., 14.07.2016 14.00 – 20.00 Uhr (Garystr. 55/ 302b)
Mo., 18.07.2016 08.00 – 14.00 Uhr (Ihnestr. 22, UG 5)
Weitere Infos unter: http://www.fu-berlin.de/vv/de/lv/310819?query=Caglar&sm=231509

Obwohl beide Seminare schon angefangen haben, könnt ihr sicherlich auch noch mit der zweiten Sitzung in das Seminar einsteigen.

Offenes Plenum im Bandito Rosso

Manufacturing Race

Wir möchten euch die Webseite von Manufacturing Race ans Herz legen. Dabei handelt es sich um eine Ausstellung, die von Studierenden des OSIs geschaffen wurde, um an die koloniale Vergangenheit der Ihnestraße 22 und des OSI zu erinnern. Die Inhalte der Ausstellung sind nun in digitaler Form zugänglich.
Sehr interessant und gut gemacht!

manufacturingrace.org

„Diese Webseite ist eine Ausstellung über die Geschichte und Erinnerungen an die koloniale Vergangenheit eines Gebäudes. Diese Ausstellung ist aus dem Bewusstsein heraus entstanden, dass nicht nur jeder Ort in Deutschland eine koloniale Vergangenheit hat, sondern dass das Wissen darüber auch veröffentlicht werden muss. Nicht nur unsere Gruppe von Studierenden, sondern alle Menschen sollten die Chance haben, von der koloniale Vergangenheit der Ihnestraße 22, heute ein Gebäude des Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin, zu erfahren. Wir hoffen, damit auch Andere an der Freien Universität Berlin und auch darüber hinaus zu motivieren, sich mit den kolonialen Realitäten, die es in allen Räumen gibt, zu beschäftigen.
Die Ausstellung umfasst zwei Teile: Manufacturing Race über die koloniale Geschichte des Gebäudes und die dortige Forschung, und Contemporary Memories über die heutige Erinnerung dieser Geschichte.“