Gremienarbeit

* Bericht Institusrat 23.11.16 bzgl VG Wort *

Es sieht so aus, dass die FU sich nun auch endgültig entschieden hätte, dem Vertrag der Kultusministerkonferenz mit der VG Wort, nach dem ab 01.01.2017 die Länder keine Pauschale mehr bezahlen, sondern die Unis 0,8 ct pro Seite pro Studi einzeln abgerechnet bekommen, nicht beizutreten. Da es dann keinen Vertrag gibt, der dann das Urheberrecht regelt, müssen folglich bis zum 1. Januar 2017 alle Texte von Blackboard runter.

Bedenken zum Vertrag gibt es sowohl rechtlicher als auch technischer Natur: Der Vertragstext sei sehr unklar formuliert, es werde nicht klar, wie die Teilnahme und Textabrufung kontrolliert werde und die VG Wort wolle stichprobenhaft Zugang zum BB bekommen, was nicht gern gesehen ist. Technisch ist das System, mit dem die VG Wort die Texte kontrollieren möchte LMS implementiert und für BB noch gar nicht vorhanden. Dies an BB anzupassen dauere wohl auch noch 1-2 Jahre. Außerdem schössen die Personalkosten in die Höhe. Es gab einen Feldversuch in Osnabrück, in dem nur für diese Arbeit 20.000 € mehr für Mitarbeiter*innen ausgegeben wurde.

Die Landesrektor*innen und -präsident*innen Konferenz empfehle allen Universitäten, dem Vertrag nicht beizutreten, auch die HU und die TU wären sicher, nicht beizutreten. Keine Universität in Deutschland sei diesem Vertrag überhaupt bisher beigetreten. Das Ziel: Die VG Wort durch Einnahmenentzug wieder an den Verhandlungstisch zu kriegen und sich hochschulübergreifend zu vernetzen. Die VG Wort erhält bisher alleine in Berlin einen 6stelligen Betrag im Jahr, der würde dann 2017 schlagartig auf 0€ fallen. Das angestrebte Ziel der Unis sei es, neue Pauschal-Vergütungs-Verträge zu schließen, das wäre im Endeffekt eine Gelderumverteilung vom Land zu den Unis und von dort zur VG Wort (statt wie bisher direkt von den Ländern zur VG Wort). Ein weiteres Angebot wäre dann, alle 5 Jahre eine neue Pauschale zu verhandeln und dann jeweils Stichprobenartig zu schauen, wie viele Texte überhaupt verwendet werden und wie die Teilnehmer*innenzahlen sich ändern, um eine angemessene Pauschale zu finden.

Ab dem 01.01.17 gibt es also erstmal keine legale Nutzung mehr über Blackboard, sondern nur über Kopiervorlagen und Semesterapparate und alles, was als E-Ressource online in der Bibliothek verfügbar ist. Dazu gäbe es aber dann eine Handreichung. Die FU sei weiterhin der Rechtsauffassung, dass die bereits für 2016 gezahlte Pauschale das komplette Wintersemester beinhalte und also bis 31.März gehen müsse, die drei Monate liegen also in einer Grauzone. Ganz wichtig ist es, auch nicht mehr genutzte BB Kurse abzustellen, da sonst immer weiter Urheberrechtsgebühren anfallen (fun fact: zurzeit liegen ca. 1,5 Mio. Texte auf BB – Beklagt wurde, dass dadurch Studis gar nicht mehr recherchieren in der Bib lernten, da BB eine Art Parallelbib geworden sei). Das müssen alle Lehrenden für ihre eigenen Kurse zum 01.01.17 machen, um keine rechtlichen Schwierigkeiten zu kriegen.

Wir empfehlen daher eine Sicherungskopie von Texten anzulegen, die in der Zukunft noch gebraucht werden, dann aber nicht mehr über BB verfügbar sein werden.

* Bericht aus dem Institutsrat am 26.10.16 *

Bei der letzten I-Rat Sitzung wurde die Ausschreibung für die W2 Professur Politische Bildung und Politikdidaktik beschlossen. Dabei handelt es sich um die Nachfolge von Peter Massing, der sich im Ruhestand befindet und von Sabine Achour vertreten wird. Der Ausschreibungstext enthält neben den üblichen Formalien die Anforderungen Forschung zu den Themen „Migration und/oder Diversity“ sowie „politische Bildung für Lernende mit Migrationshintergrund“. Diese inhaltlich spannende Ausrichtung der Professur begrüßen wir.

Des Weiteren haben wir dafür argumentiert, dass für eine Professur der politischen Bildung auch eine Auseinandersetzung mit dem Holocaust und der NS-Zeit wichtig sind, im Sinne Adornos „Erziehung nach Ausschwitz“. Zumal keine andere Professur sich dezidiert damit auseinandersetzt und diese Möglichkeit auch bei den Ausschreibungen für die Professuren Politik & Recht sowie politische Soziologie seitens des Instituts vergeben wurden. Die Profs entgegneten mit dem Standartargument, dass dies das Bewerber*innen-Feld zu stark verengen würden. Als Kompromiss wurde sich darauf geeignet die Formulierung „Kenntnisse des Rechtsextremismus, auch in seiner historischen Dimension“ als wünschenswert aufzunehmen. Dies entspricht zwar nicht ganz unserem Vorschlag, kann unseres Erachtens aber im Zweifelsfall helfen, bei gleicher Eignung eine*n coolere*n Kandidat*in vorzuziehen.

Sabine Kropp merkte im Übrigen an, der allgemeine Begriff Extremismus doch ausreichen würde und alles abdecke. Damit stoß sie im Institutsrat jedoch auf keine Zustimmung.

Außerdem haben wir beantragt, dass im nächsten I-Rat über die neuen Regelungen zur Copyright Verwertung für Blackboard gesprochen wird. Interessanterweise waren sich in diesem Punkt ausnahmsweise alle Statusgruppen einig, dass es sich dabei um eine riesige Katastrophe handelt.

Der neue Rahmenvertrag mit der VG Wort wird dazu führen, dass ab 01. Januar 2017 keine urheberrechtlich geschützte Literatur mehr in der bisherigen Form auf BB bereitgestellt werden kann. Bisher wurde eine Pauschale gezahlt, die nun durch einen Betrag pro Seite pro Zugriff ersetzt werden soll. Dies stellt einen enormen bürokratischen Aufwand dar und beschränkt den offenen Zugang zu Wissen, zumal die meisten Werke an Universitäten entstanden sind, die mit öffentlichen Geldern finanziert sind. Mehr Infos dazu findet ihr unter: http://www.urheberrechtsbuendnis.de/pressemitteilung0216.html.de

Zuletzt gab es noch die Mitteilung, dass das Präsidium fordert die Colloquien von Bachelor und Master Studierenden zu trennen. Die Profs sprachen sich dagegen aus, da sie dies nicht für sinnvoll erachten und auch keine Kapazitäten hätten zwei Colloquien zu bespielen. Dies wird das Institut an das Präsidium zurückgeben.

Wir hoffen wir konnten euch einen Eindruck geben, was in zu Semesterbeginn am Institut (hochschul-)politisch los ist. Wenn ihr Nachfragen oder Anmerkungen habt, stellt sie gerne in den Kommentaren.

Eure FSI*OSI

Viertelparität im Institutsrat?

Am 15. Juni erschien dieser Post über eine eingeführte Viertelparität im Institutsrat des OSI auf unser Facebookseite und sorgte vor allem offline für einige Begeisterung, Ärger und etliche Nachfragen. Die Hoffnungen auf eine demokratischere FU mussten wir jedoch leider enttäuschen, da es sich bei dem Beitrag um Satire unsererseits handelte. Die beiden Posts zum nachlesen findet ihr in den Links oder hier direkt.

Post vom 15. Juli ’16

*Beschluss zur Einführung der Viertelparität im Institutsrat des OSI*

Der Institutsrat des Otto-Suhr-Instituts hat sich in seiner letzten Sitzung des Sommersesters bei 8 Ja-Stimmen, 1 Nein-Stimme und 4 Enthaltungen für eine viertelparitätische Zusammensetzung entschieden. Damit schließt sich das OSI dem Beschluss des Erweiterten Akademischen Senates (EAS) der TU Berlin an (https://asta.tu-berlin.de/pre…/return-of-the-viertelparitaet).

Folglich werden in zukünftigen Sitzungen die vier Statusgruppen der Studierenden, der wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen, der sonstigen Mitarbeiter*innen und der Professor*innen gleiches Stimmgewicht bei allen Beschlussfassungen haben. Der Institutsrat des OSI folgt somit einer Forderung, die von Studierenden seit Jahren vertreten wurde und entledigt sich der bisherigen Praxis, bei der Professor*innen mit 7 von 13 Stimmen grundsätzlich in der absoluten Mehrheit waren.

„Nach einer konstruktiven Diskussion hat sich das Otto-Suhr-Institut für eine Viertelparität entschieden und geht somit einen wichtigen Schritt in Richtung demokratischer Selbstverwaltung. Gerade hier am OSI, dem größten politikwissenschaftlichen Institut Deutschlands, können wir den Wert der Demokratie nicht hoch genug halten. Ich sehe das OSI auch als Avantgarde und hoffe sehr, dass andere Institute und nicht zuletzt der Akademische Senat ähnliche Initiativen starten“, so Banja Törzel

„Es kann schließlich nicht sein, dass eine technische Universität mehr Expertise auf unserem Fachgebiet hat. Wir lassen uns von denen doch nicht die Butter vom Brot nehmen!“, entrüstete sich Rhomas Tisse unmittelbar nach der Sitzung.

Erklärungspost vom 28. Juli ’16

Bei vielen ist die Meldung des FSI*Osillon zur angeblichen Einführung der Viertelparität gut angekommen und es hat wohl sogar Wellen bis in die höchsten Reihen der Ränkeschmiede geschlagen. Wir hatten jedoch den Eindruck, dass die Meldung wohl doch nicht so klar als Satire zu erkennen war.

Deshalb hier eine Klarstellung: Es gibt momentan weder eine Viertelparität am OSI noch in irgendeinem anderen Gremium der FU. In sämtlichen Gremien der Hochschule sitzen Profs in der absoluten Mehrheit. Bei geschlossenem Abstimmungsverhalten können sie alle Beschlüsse gegen den Willen der Studierendenschaft und des Mittelbaus durchbringen. Die Freie Universität wird so ihrem Namen gerecht und ist sogar dreifach frei – frei von Mitbestimmung, frei von angemessener Repräsentation, frei von Demokratie.

Es ist eine kleine Sensation was an der TU Berlin gerade passiert (1). Darauf wollten wir mit unserem Post aufmerksam machen und das OSI in Erklärungsnot bringen.

Vor allem zeigt es, dass die absurde Behauptung, eine Viertelparität sei nicht mit der Wissenschaftsfreiheit vereinbar, nicht länger haltbar ist. Studierende und der akademische Mittelbau sind genauso Teil der Wissenschaft und ohne uns würde es an der Uni ganz schön trist aussehen.

Natürlich wird auch eine Viertelparität nichts an dem System von Regelstudienzeit, modularisiertem Studienaufbau und dem Verwertungszwang von Bildung ändern. Es ist aber ein Schritt in die richtige Richtung!

Daran gilt es anzusetzen: Sich wieder als aktiver Teil der Hochschule begreifen statt als Konsument*in von dem, was uns vorgesetzt wird. Eine positive Utopie davon zu entwickeln, wie Studieren aussehen könnte und diese gemeinsam zu erkämpfen.

(1) https://asta.tu-berlin.de/aktuelles/viertelparitaet-2016

* Bericht aus dem Institutsrat am 20.01.16 *

- Die Lehrplanung (also alle Seminare/Vorlesungen) fürs Sommersemester wurde verabschiedet. Ein Problem ist dabei, dass die Anzahl der Lehraufträge (für einzelne Seminare finanzierte externe Dozierende) massiv angestiegen ist und dies nur durch bestimmte Zusatzfinanzierungen gesichert werden konnte – es also ein großes strukturelles Problem zwischen Bedarf an Lehrveranstaltungen (auch durch die besonders vielen Zulassungen) und fest angestelltem Lehrpersonal gibt.
Inhaltlich wurden tatsächlich in nicht wenigen Bereichen auch die konkreten Studierendenwünsche aus der ABK-Veranstaltung Ende letzten Sommers übernommen, es sind also auf den ersten Blick deutlich mehr coole Seminare dabei. Auch Ende dieses Semesters soll dann wieder eine solche Veranstaltung stattfinden!

- Ebenso wurde die ‚kleine‘ Studienreform für eine Studienordnung 2016 (gültig für neue Studis ab Wintersemester 16/17) verabschiedet. Im Mono-Bachelor ändert sich bis auf ein paar Umformulierungen und den Studienverlaufsplan (pol. Theorie vor pol. Systeme und Vergleich gezogen) nichts und die studentischen Tutorien bleiben so vorerst erhalten – größere Umstrukturierungen wird es wohl erst geben, wenn die neuen Professuren alle gekommen sind (Politik und Recht, Gender und Vielfalt, Pol. Soziologie der BRD, Vergleichende PoWi Deutschland-Frankreich).
Im 60 LP-Nebenfach fällt die Pflicht zum BRD-Modul weg, und aus dem reinen ‚BRD‘-Modul wird ein ‚Politische Systeme und Vergleich‘-Modul. Im Grundlagenbereich kann somit dann frei aus Internationale Beziehungen, Politische Theorie und Politische Systeme und Vergleich gewählt werden (2 aus 3). Jetzige Nebenfach-Studis werden auch in diese neue Ordnung wechseln – und so z.B. das BRD-Modul (falls noch nicht belegt) umgehen – können.

- Der Antrag auf Finanzierung des studentisch organisierten Vortrags von Tobias Jaecker wurde bewilligt. Thema der Veranstaltung wird der Zusammenhang von Verschwörungsideologie, Antisemitismus und Antiamerikanismus sein. Stattfinden wird das ganze am Donnerstag, 4. Februar um 18 Uhr.

* Bericht aus dem Institutsrat am 16.12.15 *

- Die inhaltlichen Punkte einer ‚kleinen‘ Studienreform für eine Studienordnung 2016 (gültig ab Wintersemester 16/17) wurden durchgegangen und verabschiedet. Im Mono-Bachelor ändert sich bis auf ein paar Umformulierungen und den Studienverlaufsplan (pol. Theorie vor pol. Systeme und Vergleich gezogen) nichts – größere Umstrukturierungen werden erst für 2017/2018 angepeilt.
Die eigentliche Reform findet nur für das Nebenfach statt, wo in Zukunft die Pflicht zum BRD-Modul wegfällt, und aus dem reinen ‚BRD‘-Modul ein ‚Politische Systeme und Vergleich‘-Modul wird. Im Grundlagenbereich kann somit dann frei aus Internationale Beziehungen, Politische Theorie und Politische Systeme und Vergleich gewählt werden (2 aus 3).
Die Studienordnung muss allerdings noch durch die verschiedenen Verwaltungsinstanzen und den Fachbereichsrat.

- Im nächsten Institutsrat wird es auf Antrag der OSI-Ausbildungskommission (ABK) zu einer Diskussion bezüglich der Überbuchungen am Institut (weitaus mehr Zulassungen als eigentlich vorgesehen) und der damit verbundenen Auswirkungen auf die Lehre (überfüllte Seminare; erhöhter Bedarf an Lehrveranstaltungen, der aus dem Lehrpersonal nicht ausreichend gedeckt werden kann) kommen.

* Bericht aus dem Institutsrat am 18.11.15 *

– Beschlossen wurde zunächst das Auslaufen des Diplomstudiengangs Politikwissenschaft -> dies war in der letzten Sitzung noch durch studentisches Gruppenveto verhindert worden, hatte aber nur aufschiebende Wirkung.

- Allerdings konnte ein Antrag auf letztmalige Diplom-Prüfungstermine am 30.09.2017 abgewehrt werden. Der von studentischer Seite eingebrachte Gegenentwurf mit letztmaligen Prüfungsterminen am 30.09.2020 sowie einer umfassenden Härtefallregelung konnte knapp durchgesetzt werden.

- Eine von Sabine Kropp angeregte ‚kleine‘ BA-Reform, die insbesondere den BRD-Bereich entlasten würde, steht noch zur Debatte. Positiv wäre vor allem für Nebenfächler*innen u.a. das Wegfallen der Pflicht zum BRD-Modul. Studiunfreundliche Punkte ließen sich angesichts des späten Zeitpunkts des Vorschlags zumindest für das nächste WS 16/17 noch relativ einfach verhindern. Ein zaghafter Vorstoß in Richtung erneute Diskussion über die Tutorien im Zuge einer derartigen Klein-Reform konnte so direkt abgewendet werden. Eine umfassende Studiengangs-Reform steht derzeit ohnehin noch nicht zur Debatte (wird aber wohl auch in nicht allzu ferner Zukunft wieder auf die Tagesordnung kommen).

weniger spannend:
– Die OSI-Examensfeier findet fortan nur noch einmal statt zweimal jährlich statt (war aber ohnehin nie gut besucht).

- verschiedene Personen (u.a. Kwesi Aikins, Sybille Reinke de Buitrago, Ulrike Krause, Francois Gemenne) werden zu einer Instituts-Vorlesungsreihe zum Thema Flucht und Migration eingeladen -> die Honorare werden durch Außenamtsmittel finanziert.

Institutsrat distanziert sich von Andreas Schlüter

Das OSI bzw. der OSI-Institutsrat distanziert sich endlich – und nur auf studentischen Druck hin – von den verschwörungsideologischen Äußerungen Andreas Schlüters und problematisiert ihre Nähe zu antisemitischen Diskursen:


Distanzierung

Die Stellungnahme von uns zu dem Vortrag von Andreas Schlüter findet ihr hier.

* Bericht aus dem Institutsrat am 17.06.15 *

Gute Nachrichten: Erfolg im Institutsrat

- Nach dem monatelangen Kampf um die Ersti-Tutorien verpflichtet sich das Institut, 20 Tutorien (27.000 €) zu finanzieren! Damit sind die Ersti-Tutorien auch für Nebenfächler*innen gesichert. Problematisch bleibt allerdings, dass 1 Tutor*in mit 1 SHK-Vertrag 2 Tutorien geben muss. Bezahlt wird immerhin endlich nach regulären 41-Monatsstunden-Verträgen.

- Der studentischen Forderung folgend, distanziert sich der Institutsrat in einer Stellungnahme vom Vortrag Andreas Schlüters, seinen Verschwörungstheorien und antisemitischen Aussagen.

- Auf Antrag der FSI*OSI wurde die Denomination für die neue Professur „Vergleichende Politikwissenschaft Schwerpunkt Deutschland / Frankreich“ um die Punkte „Kenntnisse zur deutsch-französischen Geschichte unter Berücksichtigung der Zeit des Nationalsozialismus und der deutsch-französischen Kolonialgeschichte“ sowie „Kompetenzen im Bereich Gender und Vielfalt“ unter „gewünschte Anforderungen“ erweitert.

Erstsemester-Tutorien erhalten – Kommt in den Insitutsrat am 04.02

Am Mittwoch, den 04.02.2015, wird im Institutsrat (I-Rat) des Otto-Suhr-Instituts ab 09:30 Uhr(in der Ihnestr 21, Hörsaal b) über den Erhalt der Erstsemester-Tutorien entschieden!

Wir laden daher dazu ein, sich an der Debatte im I-Rat zu beteiligen und für den Erhalt der Erstsemester-Tutorien zu streiten!

Die Erst-Tutorien bieten Studierenden die Möglichkeit eine eigene bezahlte Lehrveranstaltung anzubieten und sind für die Erstis eine gute Anlaufstelle für viele Fragen die sich am Beginn des Studiums stellen.

Nachdem in den letzten Jahren die Bezahlung für die Tutor_innen immer miserabel war, hat sich der studentische Personal-Rat im Jahr 2014 für ordentlich bezahlte Tutorien ausgesprochen.
Nach zähen Verhandlungen konnte ein Kompromiss mit der Institutsleitung erkämpft werden und die Tutorien wurden erstmalig mit 300 Euro pro Monat vergütet.
Dieses Ergebnis führte zu einer Mehrbelastung des OSI-Haushaltes und die Profs um Thomas Risse haben daraufhin das Ende der Erst-Tutorien aufgrund der Mehrkosten gefordert.

Das ist eine Frechheit! Eine ordentliche Bezahlung der Tutor_innen ist gerechtfertigt und darf nicht zur Streichung der Ersti-Tutorien führen. Das wäre das Ende für die letzten studentischen Lehrveranstaltungen am OSI.

Deshalb am Mittwoch um 09:30Uhr in den I-Rat und gemeinsam das Ende der Erst-Tutorien verhindern!

Bericht vom Institutsrat am 2.7.2014

Als erstes wurde am Mittwoch im Institutsrat die Studienordnung eines neu eingeführten 30-LP-Moduls Politikwissenschaft für die Studierenden des JFKs beschlossen.

Nächster Tagesordnungspunkt war die Beratung und Abstimmung einer Beschlussvorlage der Ausbildungskommission (ABK) mit Umsetzungsvorschlägen zur Verbesserung der Studienbedingungen im MA-Politikwissenschaft. Angestoßen worden war die Beratung über Möglichkeiten der Verbesserung der Studienbedingungen bereits im letzten Semester von einer Gruppe von Masterstudierenden, die in einem ausführlichen Brief an den Institutsrat Missstände angeprangert hatten, die zum Teil mit der neuen Masterstudienordnung verbunden sind, zum Teil aber auch alle Studierenden des OSIs betreffen. Als konkrete Verbesserungsvorschläge hatte die Ausbildungskommission (ABK) drei Punkte formuliert:
1. Ko-Ankündigungen: Zur Erhöhung der Wahlfreiheit der Studierenden empfahl die ABK Ko-Ankündigungen im gesamten Lehrangebot des OSIs. Ko-Ankündigungen bedeuten die mehrfache Zuordnung von Lehrveranstaltungen zu verschiedenen Modulen. Der Institutsrat einigte sich darauf, dass die ABK im Zuge der Lehrplanung Vorschläge für inhaltlich sinnvolle Ko-Ankündigungen machen soll und die Lehrenden gebeten werden, ebenfalls ihrerseits Vorschläge für Ko-Ankündigungen ihrer Lehrveranstaltungen zu machen. Die Ko-Ankündigungen werden dann vom Institutsrat beschlossen. Dabei wird die Modularisierung generell beibehalten, Ko-Ankündigungen aber dort vorgenommen, wo es inhaltlich sinnvoll ist. Diese Praxis sollte schon ab dem kommenden Wintersemester umgesetzt werden.
2. Spezialisierungsmodule: Da es bisher in der neuen Masterstudienordnung keine Spezialisierungsmöglichkeiten gab, empfahl die ABK die Einrichtung von Spezialisierungsmodulen im Master durch eine Änderungsordnung, oder eine neue Auslegung der bisherigen Ordnung, die beim vierten Wahlpflichtmodul die Belegung eines Moduls erlaubt, das bereits belegt wurde. Der Institutsrat einigte sich auf letztere Variante.
3. BA/MA-Trennung: Hier empfahl die ABK den in der Rahmenstudien- und Prüfungsordnung (RSPO) in §4 Abs. 2 ermöglichten Rahmen des übergreifenden Wählens von 15 LP zu nutzen, so dass MA-Studierende künftig bis zu drei BA-Hauptseminare und BA-Studierende bis zu drei MA-Seminare besuchen dürfen.
Dieser Punkt wurde länger und kontroverser diskutiert. Besonders Prof. Dr. Thomas Risse sprach sich scharf gegen das übergreifende Wählen aus und betonte, dass ein Bachelor- ein Bachelorstudiengang und ein Master- ein Masterstudiengang bleiben müsse. Von Seiten der Studierenden wurde auf die hier implizierten Annahmen von Wissenshierarchien zwischen Bachelor- und Masterstudis, sowie unterschiedlicher Qualifikationsziele der Studiengänge zahlreich reagiert. So wurde argumentiert, dass die Bewerbungsbedingung für den Master lediglich das Vorweisen von 60 LP in Politikwissenschaft sei, während Bachelorstudis im Hauptstudium bereits bis zu 120 LP absolviert hätten. Außerdem sei in den Seminaren keine Veränderung der didaktischen Methoden seit Einführung der strikten BA/MA-Trennung merkbar gewesen. Hierauf wurde allerdings entgegnet, dass dann eben an der didaktischen Umsetzung der Trennung gearbeitet werden müsse.
Des Weiteren wurde diskutiert, ob das übergreifende Wählen zu einer gleichmäßigeren oder ungleichmäßigeren Verteilung über die Seminare führen würde und ob das übergreifende Wählen in der RSPO eher als Ausnahme gedacht ist, oder nicht sogar rechtlicher Spielraum für übergreifendes Wählen in einem noch höheren Umfang als 15 LP in „begründeten Ausnahmefällen“ besteht. Letzteres erscheint uns die weitaus plausiblere Auslegung der RSPO.
Ein weiterer strittiger Punkt war die technische Umsetzung des übergreifenden Wählens. Frau Herforth und Frau Köhn aus dem Studien- und Prüfungsbüro äußerten hier Bedenken darüber, ob die Regelung über Campus Management umsetzbar sei. Auf den Vorschlag, das übergreifende Wählen, wie in der ABK-Vorlage vorgesehen, auf Grundlage von Papierscheinen durchzuführen, wurde ebenfalls ablehnend reagiert und auf den erhöhten Aufwand im Prüfungsausschuss durch zusätzliche Anträge auf Anerkennung von Lehrveranstaltungen verwiesen. Obwohl die genaue Umsetzung in der Tat noch geklärt werden muss, schien uns eine Argumentation mit technischem Aufwand recht unverhältnismäßig im Vergleich zu den inhaltlichen Vorteilen des übergreifenden Wählens.
Schließlich wurde sich darauf geeinigt, dass die ABK sich zunächst weiter mit dem Studien- und Prüfungsbüro über Möglichkeiten der technischen Umsetzung des übergreifenden Wählens verständigen soll. Es bleibt also abzuwarten, ob und inwieweit das übergreifende Wählen von BA- und MA- Veranstaltungen in Zukunft möglich gemacht werden kann.

Unter dem darauffolgenden Tagesordnungspunkt wurde ein Folgeantrag zur Förderung der Veranstaltung zu feministisch-materialistischer Staatstheorie vom 13.6. besprochen. Es wurde beschlossen, die durch den ersten Antrag auf Mittel zur Finanzierung studentischer Projekte noch nicht abgedeckten Kosten durch am Fachbereich zur Verfügung stehende Mittel zur Finanzierung von Gasttätigkeiten externer Dozierender zu decken.

Des Weiteren wurde ein erster Entwurf zur Ausschreibung einer W3-Professur als vorgezogene Nachfolge von Prof. Dr. Oskar Niedermayer im Bereich „Politische Soziologie“ diskutiert. Da die Professur nicht nur Lehre im Bereich „Politische Soziologie“ (BA), sondern auch in den Bereichen „Politisches System der BRD“ (BA) und „Politische Systeme“ abdecken soll, heißt der Titel der Ausschreibung bisher „Politische Soziologie der BRD“. Als Forschungsschwerpunkt sind in dem Entwurf die deutschen Parteien und das deutsche Parteiensystem genannt.
Eine Kritik an diesem verengten Forschungsschwerpunkt, der wir stark zustimmen, wurde zunächst von den WiMis geäußert. Zu dessen Erweiterung schlugen sie Spiegelstriche wie „Forschung zu Gewerkschaften und sozialen Bewegungen“, „politische Einstellungsforschung“ und „Migrationsforschung“ vor. Prof. Dr. Oskar Niedermayer selbst war dagegen der Meinung, eine solche Ausschreibung sei zu breit und könne nicht bedient werden. Unsere Kritik richtete sich außerdem auf den Titel der Ausschreibung, in dem bisher „BRD“ steht. Diese starke zeitliche Eingrenzung wird unserer Meinung weder den sozialen Bedingungen noch der Historizität des deutschen Parteiensystems gerecht. Abgesehen davon akzeptieren wir natürlich auch die Einschränkung auf Parteienforschung nicht. Es stand jedoch an diesem Mittwoch zunächst keine Beschlussfassung an.

Es wurde außerdem ein Antrag des Prüfungsbüros und der Lehrplanung beschlossen, die regulären Colloquien zur Deckung des notwendigen Bedarfs im Modul Wissenschaftspraxis der auslaufenden Masterstudienordnung (257a) sowie in der Diplomstudienordnung von 2007 (021c) anzubieten.

Ferner wurden die von der Qualitätssicherung erhobenen Zahlen zur Überprüfung fachbereichsinterner Belegung fachfremder Module zur Kenntnis genommen. Hintergrund ist, dass das Institut für Publizistik offenbar Kontingentvereinbarungen einführen möchte, um die Zahl der OSI-Studis zu begrenzen, die dort Kurse belegen. Deshalb wurden nun auch am OSI zahlen erhoben, um zeigen zu können, dass auch viele Publizist*innen am OSI studieren. Wir halten sowohl diese Erhebung als auch Kontingentvereinbarungen insgesamt für problematisch, wenn es darum geht Plätze in Veranstaltungen für externe Studis und damit auch die Wahlfreiheit zu beschränken.

Schließlich brachten wir noch einen Tagesordnungspunkt zum Thema Lehrplanung ein. In der letzten Sitzung hatte sich Prof. Dr. Sven Chojnacki bereiterklärt, notfalls einen externen Lehrauftrag durch Gelder seiner Arbeitsstelle zu finanzieren, damit im Gender-Modul der auslaufenden Masterstudienordnung im kommenden Wintersemester wenigstens ein Gender-Seminar sicher angeboten wird. Für Studierende dieser Studienordnung stellt sich jedoch weiterhin das Problem, dass sie ihr Studium im kommenden Wintersemester nicht abschließen können, falls sie das Gendermodul absolvieren wollen und dafür noch beide im Modul vorgesehenen Seminare brauchen. Uns wurde entgegnet, dass es für solche Anliegen in Bezug auf das Lehrangebot des kommenden Semesters nun zu spät sei und wir uns damit an andere Gremien richten sollten.