Institutsrat vom 15.01.2014: Alles oder nichts!

Ursprünglich war diese Sitzung eigens zur Verabschiedung des Lehrangebots für das Sommersemester 2014 einberufen worden. Da nebenbei jedoch auch noch über zwei aus Mitteln der Exzellenzinitiative finanzierte Nachwuchsgruppen inklusive jeweils einer Juniorprofessur und zwei wissenschaftlichen Mitarbeitern abgestimmt werden sollte, musste eben alles etwas schneller gehen.

Jedes Jahr können FU-weit 10 Juniorprofessuren aus Mitteln der Exzellenzinitiative gefördert werden. Im externen Begutachtungsverfahren wurden vom OSI gleich zwei eingereichte Anträge genehmigt, wohingegen andere Anträge aus dem Fachbereich abgelehnt wurden.
Da die Ausschreibung der Stellen aus den eingereichten Anträgen hervorgehen soll, bleibt dem Institutsrat in diesem Fall keine Einflussnahme auf den Ausschreibungstext. Stimmt das Institut – und noch viel wichtiger der Fachbereich – den Anträgen zu, werden die Stellen genauso ausgeschrieben, wie in den in diesem Fall von Prof. Thomas Risse in Zusammenarbeit mit Prof. Michael Zürn und Prof. Sven Chojnacki gestellten Anträgen vorgesehen. Wird dagegen gestimmt, gibt es eben keine Professuren und die Gelder verfallen.

Die „Juniorprofessur für Politikwissenschaft und Internationale Beziehungen“ , die eine Kooperation des OSIs mit dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung darstellt und an beiden Institutionen angesiedelt sein soll, wurde von Prof. Zürn, Direktor der Abteilung “Global Governance” am WZB und Professor für Internationale Beziehungen an der FU Berlin, präsentiert. Aufgabe der Juniorprofessur soll neben dem regulären 4-stündigen Lehrdeputat die Leitung einer ebenfalls aus Exzellenzmitteln finanzierten Nachwuchsgruppe zum Thema „Political and Discursive Actorhood of International Organizations“ sein. Laut Ausschreibungstext ist aber auch die Mitarbeit in Forschungsverbünden wie dem Center for Area Studies der FU, dem SFB 700 und der Kolleg-Forschergruppe „Transformative Power of Europe“ vorgesehen.
Mehrmals betont wurde, dass es sich bei beiden Professuren um offene Ausschreibungen handle, obwohl im Rahmen des Antrags bereits jeweils drei Namen hätten genannt werden müssen, die rein theoretisch in Frage kämen – Eine Verfahrensvorgabe der Exzellenzinitiative, die doch etwas widersprüchlich daherkommt.

Prof. Chojnacki stellte daraufhin die „Juniorprofessur für empirische Konfliktforschung mit Schwerpunk Subsahara-Afrika“ vor, zu deren Aufgaben laut Ausschreibung neben dem Lehrdeputat unter anderem die Leitung einer „Dahlem International Network Junior Research Group: Globaler Wandel – lokale Konflikte in Subsahara Afrika“ gehören soll. Der Schwerpunkt liegt laut Chohjnacki bei dieser Professur auf den Auswirkungen internationaler Entwicklungen auf lokale Prozesse, wie zum Beispiel dem Zusammenhang zwischen wachsenden multinationalen Konzernen und dem Phänomen des „Landgrabbing“.

Sowohl bei der Abstimmung über beide Ausschreibungen als auch der Besetzung der Berufungskommissionen gab es jeweils 10 JA-Stimmen und 2 Enthaltungen der Studierendenvertreterinnen. Timo Pongrac merkte noch an, dass sich die Gruppe der Wissenschaftlichen Mitarbeiter gewünscht hätte, bei der Besetzung der Berufungskommission für die IB-Juniorprofessur, mit der sie an sich einverstanden seien, deutlicher mit hätte einbezogen zu werden. Julia Scheurer gab außerdem noch eine Erklärung zu unserem Abstimmungsverhalten. Obwohl zusätzliche Lehre aus Studierendensicht natürlich zu begrüßen ist sei, können wir uns mit dem Verfahren der Exzellenzinitiative, das uns noch weniger Mitspracherechte einräumt, nicht einverstanden geben. Nachdem der Institutsrat abgestimmt hat, wird nun am 29.1. im FBR über die Juniorprofessuren entschieden.

Der zweite Teil der Sitzung widmete sich der Lehrplanung für das kommende Sommersemester. Bedarf und Angebot an Lehrveranstaltungen waren hier weitestgehend deckungsgleich.
Zum Diskussionspunkt wurde die IB-Vorlesung von Prof. Klaus Segbers, die bisher als dreistündiger Kurs angeboten wurde, obwohl in der Studienordnung nur als zweistündig vorgesehen. Cosima Glahn, wissenschaftliche Mitarbeiterin von Prof. Klaus Segbers, argumentierte die dritte Stunde des Kurses bestehe aus einer Diskussionsrunde und sei freiwillig. Die Mehrheit der Diskutant*innen sah hierin aber dennoch einen Nachteil für die Studierenden, die wegen anderer Lehrveranstaltungen die dritte Stunde nicht besuchen könnten und somit benachteiligt seien. Schließlich wurde der Antrag verabschiedet, den Kurs als zweistündige Lehrveranstaltung ins Lehrangebot aufzunehmen.
Und dann ging auch alles ganz schnell. Von den 35 Lehraufträgen hieß es, seien nur 29 kapazitätsrelevant. Von den nicht-kapazitätsrelevanten könnten jedoch nicht alle finanziert werden. Einstimmig wurde entschieden, noch zusätzlich das Seminar „Politische Herrschaft in Afrika und die Rolle der externen Akteure am Beispiel der EU und der Weltbank“ von Medard Kabanda, zu finanzieren, das das Lehrangebot gut ergänze. Erst nach der Abstimmung hieß es, dass dies nun gleichzeitig eine Abstimmung gegen alle anderen zur Debatte stehenden Lehraufträge sei, was bei einigen auf Protest stieß. Dieser wurde jedoch ignoriert und die Sitzung damit beendet.