Systemakkreditierung – das war’s

Wie bereits angekündigt, fand am gestrigen Montag die erste Runde im Prozess der Systemakkreditierung des OSI statt. Einer der wichtigsten Programmpunkte gestern war das Gespräch der Gutachter_innenkommission mit den Studierenden. Der Zeitpunkt dieses Gesprächs, direkt im Anschluss an die Mittagspause, sorgte bereits für ersten Wirbel: üblicherweise, so war zu erfahren, sprechen Akkreditierungskommissionen nämlich gleich zu Beginn des Prozesses mit den Studierenden. Immerhin geht es um die Bewertung von Studiengängen, da können wir üblicherweise am Besten auf Kritikpunkte hinweisen. Anschließend kann die Kommission die Professor_innen sowie die Instituts- und Fachbereichsleitung mit diesen Punkten konfrontieren. Nicht so am OSI, bzw. an der FU. Das Gespräch mit uns, den Studierenden, fand nach den Gesprächen mit Dekanat, geschäftsführender Direktorin, Gremienvertreter_innen und Professor_innen statt. Verantwortlich für diesen Zeitplan war das Präsidium der FU – mensch könnte den Verdacht haben, dass auch nach Lenzens Abgang Kritik von studentischer Seite nicht allzu sehr erwünscht ist.

Das Gespräch war insgesamt leider ein wenig knapp gehalten; eineinhalb Stunden waren angesetzt, damit Studierende aus drei (bzw. vier, schließlich waren auch Diplom-Studis anwesend) verschiedenen Studiengängen – BA PolWiss, MA PolWiss, Deutsch-französischer Doppelmaster – über ihre Erfahrungen in Sachen „Studieren am OSI“ berichten konnten. Den Einstieg bildete eine längere Diskussion zu Stärken und Schwächen des Studienangebots allgemein. Gelobt wurde vor allem die (noch) vorhandene Breite der Wahlmöglichkeiten, gleichzeitig betonten aber mehrere der teilnehmenden Studierenden, dass diese aufgrund der strukturellen Schwächen einiger Bereiche gefährdet sei. Vor allem auf die prekäre Situation in den Bereichen Ideengeschichte (wir berichteten), Methoden und Politisches System der BRD wurde immer wieder hingewiesen. Dass es nach wie vor Probleme mit Campus Management gibt, fand ebenfalls Erwähnung – auch wenn es anscheinend doch einige Glückspilze gibt, bei denen das Programm auch nach mehreren Semestern noch keine Zicken gemacht hat. Die geäußerte Kritik im einzelnen zu wiederholen, würde hier dann doch etwas viel Platz wegnehmen, unter den prominenteren Kritikpunkten waren aber noch die überzogene Kontrolle von Anwesenheiten, etwa mittels mid-term Klausuren, sowie die Tatsache dass wir als Studierende bei Entscheidungsprozessen häufig übergangen werden.

Die Gutachter_innenkommission zeigte sich das gesamte Gespräch über sehr interessiert und überwiegend aufgeschlossen, mit einer großen Einschränkung: von der Einführung eines vierjährigen Bachelors Politikwissenschaft ließ sie sich nicht überzeugen. Es wird sich wohl erst nach Eingang des Berichts an den relevanten Stellen der FU sagen lassen, ob dies Auswirkungen auf den Prozess der BA-Reform am OSI haben wird – und wenn ja, welcher Art diese Auswirkungen sein werden.
Am heutigen Dienstag hat es ein weiteres Gespräch mit Studierenden gegeben, dieses Mal mit Vertreter_innen der restlichen drei Master-Studiengänge am OSI (IB, International Relations Online, Gender and Diversity). Davon können wir allerdings nichts berichten, da niemand von uns diese Studiengänge besucht.

Sobald es Ergebnisse gibt, werden wir natürlich davon berichten. Sofern der Bericht der Gutachter_innen öffentlich gemacht werden darf, stellen wir ihn auch zum Download bereit.